Menetekel
Ein so besonderes Wort, das nicht gerade im üblichen alltäglichen Wortschatz vorkommt. Manch einem ist der Ausdruck vom „Menetekel an der Wand“ geläufig. Und obwohl das Wort doch recht harmlos klingt, fast wie ein Figur aus einer freundlichen Serie, so ist mit dem Spruch eben doch etwas Unheilvolles gemeint. Den wer es dort, an der Wand erkennt, dem ist klar, dass das keine guten Vorzeichen bedeuten.
Wenn auch aus biblischer Zeit, so erlebt dieses Wort heute eine Renaissance. Nicht in seinem Gebrauch, aber in seinem Inhalt. Allerorten und in vielerlei Hinsicht sind Gefahren und Widrigkeiten nicht nur zu erahnen, sie sind da. Und nun lautet die Frage, was dies zu bedeuten hat.
Nun würde es also Menschen brauchen, die die Zeichen an der Wand lesen können. Was also will uns das Menetekel sagen? Stehen wir am Ende von Recht, von Vereinbarungen, gar vom Ende der Zeit?
Oder - wenn wir eine weniger dystopische Auslegung versuchen - gibt es Hinweise auf erforderliche Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um das Leben der Menschen auf dem Planeten Erde zukunftsfähig und lebenwert zu erhalten oder wieder zu gestalten?
Man muss schon mit einer gehörigen Portion an Sorglosigkeit ausgestattet sein - der Einfachheit halber am besten gepaart mit einer Prise Ignoranz -, um zu der Ansicht zu gelangen, das Menetekel würde lediglich darauf hinweisen, dass man so weitermachen solle wie gehabt. Und dass es schon alles nicht so schlimm werde.
Das andere Extrem, das Katastrophen-Szenario, wäre die Auslegung dahingehend, dass der Erdball mit allen und allem darauf binnen kurzer Zeit wahlweise im- oder explodieren würde. Ende allen Lebens. Exitus.
Die so gern beschworene Mitte wiederum würde nach einer Interpretation suchen, die zwar durchaus klare Botschaften sieht, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt, um die falsche Abbiegung in der erdgeschichtlichen Entwicklung zu korrigieren, dass man allerdings genau diese Möglichkeiten auch hätte und man nicht in Endzeitstimmung geraten müsse.
Nehmen wir mal die Position ein, dass diese letztgenannte Deutung dem Inhalt des Menetekels an der Wand entsprechen würde. Dann stellt sich die Frage, welche Handlungen angebracht wären, um das Unheil abzuwenden. Was also können wir - als Mensch, als Menschheit, als Gesellschaft, als Weltgemeinschaft - tun, um die Sache wieder in den Griff zu bekommen?
Es gibt eine Menge Instrumente, Erfindungen und Maßnahmen, die man bereits heute heranziehen könnte, um eine zukunftgerichtete Idee zu finden und kreativ zu realisieren. Wermutstropfen: Einfach ist das alles nicht.
Wäre die Antwort nämlich EINE einzige, die Lösung simpel, die Machbarkeit geklärt, dann hätten wir eine andere Situation. Dann wäre das Meiste schon erledigt. Da das aber eben nicht der Fall und die Angelegenheit nun mal komplex bis chaotisch ist, müssen wir uns wohl noch weiter an die Interpretation des Menetekels machen und uns darüber einig werden.
Die Fragen der Diskussion: Wie geht Menetekel-Interpretation, welche Sprache wenden wir zur Weitervermittlung an und wie bringen wir Expert:innen in die Startlöcher, die flugs die Botschaft an die wesentlichen Stellen der Welt bringen und koordiniertes zielorientiertes Handel realisieren?
Vielleicht helfen menschliche wie kulturelle Intelligenz, dieses Rätsel zu lösen. Das sollten wir doch wohl hinbekommen. Das Menetekel bekäme dann etwas deutlich charmanteres und etwas motivierend Zukunftweisendes.