Spielfeld

An was man denkt bei diesem Begriff? Die einen denken an Fussball - nicht immer ein erfreuliches Thema. Die anderen an Mensch-ärgere-dich-nicht - auch nicht immer das, zu was es aufruft. Wieder andere malen sich aus, wie sie ein solches ausgestalten wollen und nennen es Strategie.

Hier gibt es also eine Menge Assoziationen, die man hervorrufen kann. Auf jeden Fall wird ein solches Spielfeld erst dann interessant, wenn es nicht brach liegt, wenn das Spielbrett nicht im Schrank verstaubt oder sich bei der Strategie herausstellt, dass es sich eigentlich nur um eine Versuchsanordnung handelt.

Denn das wird an diesem Punkt oft miteinander verwechselt.

In einer Versuchsanordnung sind verschiedene Dinge fest definiert. Man hat eine (Forschungs-)Frage, man sucht nach einer Antwort und will im Ergebnis ein Ziel erreichen, das einen Zustand verbessert. Um auf diesem Weg voranzukommen, muss man verschiedene Schritte prozesshaft durchgehen. Bei Rückschlägen, Fragen und/oder erkennbaren Hindernissen, gilt es, das Ganze zu hinterfragen und die Anordnung entsprechend neu zu justieren. Aber es bleibt bei einer Versuchsanordnung, die bestimmten Regeln folgen muss, um am Ende etwas Überprüfbares herausbekommen zu können.

Entsprechend handelt es sich bei den meisten Maßnahmen, die großspurig als Strategie herausposaunt werden, eher um Versuchsanordnungen, die vor allem dazu angelegt sind, ein Idealziel sozusagen sicher zu erreichen. Wenn das nicht klappt, braucht‘s eine neue “Strategie”, die wieder keine ist, sondern im Versuchsmuster etwas modifiziert.

Was aber ist dann Strategie? Wir haben es im Titel: Ein Spielfeld. Eine Strategie öffnet Möglichkeitsräume, motiviert zu kreativen Schachzügen, erlaubt Vorgehensweisen, die - vielleicht nicht immer regelkonform, aber der Sache dienlich - andere Varianten sichtbar machen, mit denen sich das Spiel erweitern oder auch in eine andere Richtung bringen lässt. Auf einem Spielfeld, das so angelegt ist, wird es nie langweilig. Nichts ist vorprogrammiert, die Entdeckung von ungewöhnlichen Ideen und Maßnahmen macht die Sache aufregend; alle, die teilnehmen und/oder neu dazukommen, können sich einbringen und verschieben die Konstellationen.

Das mag für manch einen mühsam klingen. Auf solch einem vagen Prinzip lassen sich doch keine Pläne festlegen, die auch noch zielführend sind? Doch. Der Punkt ist nur, dass hier keine vorgefertigten statischen Ziele angestrebt werden, sondern, dass die Suche nach dem Gelingen für alle Beteiligten die zentrale Bedeutung hat. 

Es geht darum, auf dem veränderbaren Spielfeld etwas mit Haltung zu entwickeln und in Abstimmung so zu gestalten, dass Zukunft als kulturelle Welt vorstellbar wird.

Und weil sich Gegenwart ändert - also auch das Spielfeld, auf dem man gerade über den nächsten Schritt nachdenkt -, ändert sich auch die Idee von dieser Zukunft oder besser noch diesen Zukünften. Damit geht das Strategie-Spiel in eine neue Runde, auf eine neue Ebene.

Nach diesem Verständnis erfordert Strategie also ständige Aufmerksamkeit, ständigen Austausch und viel Kreativität. Wie in einem guten Spiel auf einem großen Spielfeld der Möglichkeiten.

Die Würfel sind gefallen. Lasset die Spiele beginnen.

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