„Ich will verstehen.“
Diplomatie
Das Wort verwendet man, wenn es darum geht, etwas vernünftig, im Gespräch, politisch korrekt und konstruktiv zu lösen. Besonders verorten wir es in der Politik.
Auch in der Pädagogik findet es sich, denn für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen braucht es oft genug diplomatisches Geschick und Fingerspitzengefühl.
Wachstum
Harmloses Wort, sollte man meinen. Und doch eines, das so unfassbar viel Interpretationsspielraum hat. Vom Kind, das wächst – „Ach, ist der groß geworden!“ – über Haare, die lang werden bis hin zu Märkten und Vielem mehr.
Es ist meist erst im Kontext klar, ob das jeweilige Wachstum zu begrüßen ist oder eher nicht. Denn: Wachstum ist nicht per se etwas Gutes. Wachsen Schulden, Krisen, Konflikte und überhaupt die Sorgen, sind dies keine Gründe für Freudensprünge.
Prinzip
Das Prinzip hat es in dieser Zeit nicht leicht. Zwischen Prinzipienreitern und prinzipienlosen Gesellen sucht es seinen Platz. Grund genug, sich mit diesem doch eigentlich so hehren Anspruch einmal zu befassen.
Fangen wir mal wieder vorne an, beim Wort selber.
Perspektive
Nähert man sich dem Wort - was hier ja immer gerne gemacht wird - dann könnte man meinen, Perspektive hätte etwas mit Duchblick zu tun. Mit einer Perspektive ist dann entsprechend die Vorstellung verknüpft, dass man Klarheit hätte.
Problem: Eine solche Vorstellung geht einher mit der eigenen Perspektive, die nur den einseitigen Durchblick kennt. Von da aus ist alles eindeutig. Man hat die Sache im Auge, also im Griff und sowieso verstanden.
Guthaben
Woran denkt man bei diesem Wort zuerst: An Geld. Hat man ein Guthaben, so die Ausgangslage, zeigt der Kontostand kein Minus an, der Bankautomat spukt vermutlich Geld aus, wenn man auf dessen Tastatur die entsprechenden Knöpfchen drückt. Oder man kann entspannt die Summe der Alltagseinkäufe mit Karte begleichen, über die der Supermarkt dann das nötige Kleingeld abbucht.
Das ist praktisch und unter den geschilderten Umständen auch problemlos.
Dialog
Die Anfangsbuchstaben dieses Wortes scheinen in die Zeit zu passen: di- macht eine Unterscheidung deutlich, im Gegensatz zu mono. Da ist alles eins.
Das Di- kennen wir z.B. aus Dissonanz, Disput, Diskrepanz oder Diffarmierung. Da stehen sich zwei Seiten eher unversöhnlich bis feindselig gegenüber.
Wie schön, dass es auch den Dialog gibt. Hier kommen diese beiden Seiten wieder zusammen.
Werk
Uhrwerk, Backwerk, Triebwerk, Tagewerk – ganz schön viel, wo und woran überall gewerkelt wird. Hier nun allerdings soll es um ein ganz besonderes Werk gehen, das Kunst-Werk.
Doch fangen wir vorne an.
Logik
Ist ja logisch. Eine oft verwendete Redewendung, wenn jemand klar machen will, dass man den entsprechenden Punkt nicht weiter diskutieren muss. Wenn etwas logisch ist, ist damit alles klar, alles gedacht, alles gesagt, kein Zweifel möglich. Sonst wäre die gemachte Äußerung ja unlogisch. Und damit dumm.
Doch genau dieser Reflex soll hier mal kritisch beleuchtet werden.
Mutwilligkeit
Neulich in der Bahn. Ein Zettel: „Dieser Platz wurde mutwillig zerstört.“ Was bedeutet das? Wo findet man ein solches Wort sonst? Wer führt „mutwillig“ in seinem alltäglichen Sprachgebrauch? Ein Grund, mal drüber nachzudenken.
Resignation
Zurücktreten bitte, so könnte man es auch verstehen. Wer resigniert, steht nicht mehr vorne, ist nicht in aktiver Position, bleibt lieber im Verborgenen und lässt andere machen. Passende Gesten dazu sind Schulterzucken, Augenverdrehen, Kopfeinziehen. Diese Übungen kann man im noch jungen 21. Jahrhundert verbreitet beobachten.
Beobachtung
Gute Beobachtungsgabe ist im Krimi eine wichtige Voraussetzung. Fällt der Kommissarin nicht auf, dass da ein Haar gekrümmt ist und dass das für ihren Fall von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, geht die Sache – oder auch der Film – nicht gut aus. Auch in anderen Branchen hilft ein solches Vermögen, wird aber selten als maßgeblich verstanden.
Ganz schön blöd.
Diversität
Von Diversität ist verbreitet die Rede. Mal als Aufforderung, mal als politisches Statement, mal als soziales Phänomen. Doch was hat es damit eigentlich auf sich? Worum genau geht es?
Gehen wir doch die Sache mal von einem anderen Begriff her an: Universität.
Sprachlosigkeit
Wie? Um uns herum wird geredet, präsentiert, vorgetragen, erzählt, verlesen, geschimpft, manchmal geflüstert, manchmal geschrien. Wieso ist dann hier von Sprachlosigkeit die Rede? Die ist doch nun wirklich nicht das Problem.
Weit gefehlt.
Langeweile
Ganz schnell hat man bei diesem Begriff einen anderen vor Augen. Und was das bedeutet ist schnell gesagt: „Müßigkeit ist aller Laster Anfang.“ Da schwingt ein Ausrufezeichen gleich schon mit. Der Weltuntergang - also das Ende - ist in diesem Anfang gleich schon mitgedacht.
Langeweile also ist etwas, das die Gesellschaft nicht gut heißt, das man sich nicht erlauben sollte, wenn man in selbiger ein auch nur ansatzweise gutes Ansehen haben will.
Beschäftigung
Wer nicht beschäftigt ist, ist in diesem Land verdächtig. Man hat einen anständigen Job, einen Beruf, der einen beschäftigt, man ist mit allerlei Aufgaben und Programmpunkten befasst, hat im Mindestens jede Menge um die Ohren, was einen ordentlich auf Trab hält. Das Gegenteil wäre Nichtstun - ganz fatal.
Wenn man allerdings mal hinter die Kulissen bzw. genauer auf die Beschäftigungen schaut, dann fragt man sich: Das soll es wirklich sein, damit verbringt man die Zeit? Freiwillig?
Konvention
„Konveniert es?“ ist eine extrem geschwollene Frage nach dem Befinden. Ob es passt, ob es genehm ist, will man wissen.
Was die Konvention im verbreiteten Verständnis anbelangt, so geht es darum, eine Übereinkunft zu erreichen. Man kommt also zusammen - so steckt es im lateinischen Ursprung des Wortes -, um zu einer Vereinbarung zu kommen. Die kann man in einem Vertrag festhalten, der die verpflichtende Konvention bindend macht.
Versuch
Der Versuch geht in unseren Breitengraden nahezu zeitgleich einher mit dem Irrtum. Und damit führt er schnell mal in die Sackgasse. Man sieht ihn eher scheitern als dass etwas Gutes dabei entstehen könnte.
Mehrheit
Wer hat hier eigentlich recht? Wenn man sich nicht so ganz sicher ist, schielt man schnell mal auf die Mehrheit. Viele Menschen zusammen genommen können ja nicht falsch liegen. Das weiß man spätestens, seit man von der Schwarmintelligenz gehört hat.
Frage
Die Frage ist die Mutter des Wissens. Richtig gelesen. Nicht die Antwort.
Nun hat die Frage nicht den allerbesten Ruf. Steht sie doch gemeinhin für Ahnungslosigkeit, für Verunsicherung, für eine schlechte Ausgangsposition in einer Gesellschaft, die die Lösung - vorzugsweise die schnelle - bevorzugt und einfordert.
Was für ein Mißverständnis. Hier soll also der Frage ein Denkmal gesetzt werden.
Eskapade
Was mit diesem Wort gemeint ist, scheint schnell klar zu sein: Wer sich Eskapaden erlaubt, der begeht Verrücktheiten, andere rümpfen die Nase über eine Verhaltensweise, die sich nicht gehört. Eskapaden sind hierzulande selten gern gesehen.
Denn - im herkömmlichen Wortsinne: Hier entsagt jemand einer Gewohnheit, flüchtet sich aus gesetzten Regeln und Vorgaben.