„Ich will verstehen.“
Transparenz
Hat eigentlich noch irgendjemand den Durchblick? Und was sieht man dann? Ist das hinter der Oberfläche das Echte, das Wahre, das Richtige?
Die Forderung nach Transparenz ist weit verbreitet.
Steuerung
Um was geht es denn nun hier?
In einer Zeit, in der verbreitet die Kontrolle verloren geht und scheinbar nur noch als Taste auf dem Rechner eine Funktion hat (Ctrl) wird deutlich, dass Vieles gar nicht mehr steuerbar ist. Auf den Tastaturen der verschiedenen Computer-Modelle ist man sich auch nicht mehr sicher: Ctrl und Stgr werden synonym verwendet, als Übersetzung aus dem Englischen.
Aber genau an der Stelle wird das Dilemma schon klar:
Spekulation
Während auf der einen Seite die Wissenschaft aus Elfenbeintürmen und Laboren in die Öffentlichkeit kommt und gehört wird, regen sich auf der anderen Seite diejenigen, die gerne Vermutungen anstellen und lautstark Parolen verkünden.
Ist zwischen diesen beiden Polen noch Platz?
Schönheit
Angeblich liegt Schönheit ja im Auge des Betrachters. Und über sie kann man - laut verbreiteter Ansicht - nicht streiten. Ist ja klar. Wäre auch nicht schön.
Doch abgesehen davon, dass man Streit lieber vermeidet, könnte Schönheit durchaus ein wenig mehr Entschiedenheit bekommen.
Was also ist schön. Und was nicht. Versuchen wir eine Annäherung.
Sackgasse
Auch wieder so ein merkwürdiges Wort. Endet diese Gasse in einem Sack? Sieht die aus wie ein solcher? Wer hat sich diese Bezeichnung ausgedacht?
Nun. Wir wissen, was gemeint ist: Hier geht es nicht weiter.
Relevanz
Was heutzutage alles relevant ist: der Zustand der Wirtschaft, die Bundesliga-Ergebnisse, irgendwann die Schulen, weniger die Kultur, mehr schon die verlässliche Fest- und Urlaubsplanung. Und immer häufiger ist die Rede davon, das System sei relevant.
Doch was ist das, das System?
Quietsche-Ente
Ob ein Gummitier einen Eintrag in diesem Blog bekommen sollte, sei dahingestellt. Aber nun ist es eben so, da müssen wir durch.
Phantasie
Kaum etwas wird derzeit so sehr eingefordert wie Phantasie. Da es zu vielen Punkten mehr Fragen als Antworten gibt, suchen Menschen nach Eingebungen, wie sie mit den unterschiedlichsten Dingen, die auf sie hereinprasseln, umgehen können.
Orientierung
Hat noch jemand den Durchblick?
Es ist vertrackt: Überall soll man sich auskennen. Regeln muss man beherrschen, Definitionen aufsagen können, Hintergründe verstehen, das Internet nutzen, neue Methoden erlernen, Menschen begreifen, Länder und Sitten durchdringen, Müll sortieren, Ernährung und Gesundheit analysieren. Und das war noch nicht alles.
Nähe
Wie kann man Nähe finden, wenn man sich ständig entfernt?
Mobilität ohne Grenzen, kein Halten, sondern stets auf dem Weg – das Mantra der Zeit.
Kann man sich so annähern? Oder verliert man sich?
Menschsein
Eine derzeit von Vielen in den Raum gestellte Frage lautet: Was macht uns als Mensch aus?
Als Wesen. Als Persönlichkeit. Individuell und in einer Gemeinschaft.
Und an diese Frage schließen sich weitere an.
Lamento
Dieser Beitrag sollte eigentlich „Lichtblick“ heißen. Aber irgendwie geriet der Text ins Stocken. Ob es am Herbst und dem weniger werdenden Tageslicht liegt, an den Themen um uns herum, die gerade so selten wirklich Erhellendes vermitteln oder einfach an der defekten Energiesparlampe – es fehlt verbreitet das Leuchten.
Also lamentieren wir mal.
Konsequenz
Schon wieder ein so hartes Wort. Mit K und Q und Z. Charmant klingt anders.
Auch hier hat man also wieder einen Begriff, der schon lautmalerisch etwas ausdrückt, was es konsequent beinhaltet. Es handelt sich um eine harte Angelegenheit.
Jubel
Es ist Herbst 2020. Gibt es Grund zu jubeln?
Die C-Worte dominieren nach über einem halben Jahr nicht nur immer noch die Nachrichten, sondern gleich die ganze Welt: Corona, Covid, Crisis.
Nicht nur ein Virus wälzt alles um, was uns normal erschien.
Irritation
Wer liebt sie nicht, die schöne Überraschung? Das kleine Geschenk, ganz außer der Reihe, das Erlebnis einer Musik, die ganz anders war, als man es sich hätte vorstellen können oder der spektakuläre Ausblick, der sich plötzlich auftut, wenn man einen ungewohnten Weg gegangen ist.
Handschlag
Viele vermissen es in dieser „kontaktlosen“ Zeit, sich zur Begrüßung die Hand zu geben. Die freundliche Geste des Willkommens, die Zugewandtheit einer Handreichung ist ein Stück unserer Sozialisierung und fehlt.
Doch wer vermisst den Handschlag?
Geduld
Dieses Wort scheint ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein. Erst recht ein anderes Wort, das Ähnliches meint: Langmut.
Beides sind Begriffe, die schon lautmalerisch nichts haben von Hektik, Eile oder gar Action.
Funktion
Irgendwie hat dieser Begriff keine Seele. Was soll funktionieren?Die Kaffeemaschine am frühen Morgen, die Heizung, wenn es kalt ist, das Licht der Leselampe.Ja, auch das Programm für die Video-Konferenz, entsprechend das Internet, die Stromzufuhr, die erforderlichen Geräte.
Epoche
Was eigentlich macht eine Epoche epochal? Was oder wer also definiert einen Zeitabschnitt als einen, der besonders bedeutsam, besonders groß, besonders einflussreich, besonders prägend war?
Deutungshoheit
Es gibt in der deutschen Sprache tatsächlich einige Worte, die einen stutzig machen können. „Deutungshoheit“ ist so ein Wort.
In einer Zeit, in der Vieles nicht mehr klar, schon mal gar nicht eindeutig ist, geht es oft darum, Aussagen, Inhalte, Bilder, Berichte interpretieren, also deuten zu müssen.
Was ist Wahrheit?